Rosendorf

 

Geschichte:

Die Gemeinde Rosendorf im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus der Ortschaft Rosendorf und den Ortsteilen Neudorf, Neue Welt und Rosenberg. Die Gesamtfläche der Gemeinde betrug 1.529 ha. Die langgezogene Talmulde von Rosendorf auf der Hochebene des „Zappenlandes” wird im Osten vom Hutberg, im Südosten vom Gutsimsberg, im Süden vom Petersberg mit Windmühle und im Westen von einem Hügel eingeschlossen. Während die flachen Kegel aus Basaltgestein bestehen, herrschen auf der Hochebene der Sandstein und Sandboden vor. Lößboden ist nur teilweise vorhanden. Der mächtige Rosenberg selbst besteht aus Basalt auf Sandsteinunterlage und bietet mit seinen 618 m Höhe eine herrliche Rundsicht und wurde wegen seiner eindrucksvollen Gestalt auch „Nordböhmischer Olymp” genannt. Das Gemeindegebiet bestand zu gut 50 % aus landwirtschaftlichen Flächen und zu 40 % aus Wald. Trotz der im 19. Jahrhundert eingetretenen Landflucht befanden sich in Rosendorf bis 1945 noch 35 % der Bevölkerung in land- und forstwirtschaftlichen Berufen. Die Wirtschaftsbereiche Industrie und Handwerk beschäftigten 37 % und Handel und Verkehr 13 % der Einwohner.

Rosendorf war schon 1352 Pfarrei. Ab 1562 wurde es von protestantischen Pastoren verwaltet und wurde nach der Rekatholisierung 1647 als Filiale der Pfarrei Arnsdorf unterstellt. Erst 1786/87 wurde Rosendorf wieder zur selbständigen Pfarrei erhoben. Eingepfarrt waren außer Rosendorf mit allen Ortsteilen auch Stimmersdorf, Rainwiese, Kamnitzleiten, Grundmühle und Edmundsklamm. Ursprünglich besaß Rosendorf ein Erbgericht, später eine Dorfrichterei. Von 1849 bis 1875 gehörte die Ortschaft Kamnitzleiten zur politischen Gemeinde Rosendorf.

Rosendorf ist eine deutsche Rodungssiedlung aus der Zeit zwischen dem Ende des 12. Jahrhunderts bis etwa 1300 und wurde als zweireihiges Waldhufendorf angelegt. Der Ort lag damals an der sogenannten „Böhmerstraße” von Bautzen nach Tetschen. Der Ortsname stammt vermutlich von dem mittelhochdeutschen Wort „rosze” (deutsch steil). Auch wenn der Ort selbst ziemlich eben liegt, so hat doch der mächtige Rosenberg beachtlich steile Hänge. Es liegt nahe, daß der Name dieses markanten Berges namengebend für den Ort wurde. Die älteste bekannte urkundliche Nennung erfolgte in den Papstzehentregistern, in denen 1352 „Rosndorf” auftaucht.  1713 gab es 76 Häuser in der Gemeinde, 1787 waren es 174 Häuser und 1833 schon 216 Häuser mit 1.386 Einwohnern. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 hatte Rosendorf 1.657 bzw. 1.643 deutsche Bewohner. Wegen der Abwanderung zu gewerblichen Arbeitsplätzen erfolgte ein langsamer Bevölkerungsrückgang.

Neudorf und Neue Welt
Der Ortsteil Neudorf am Abhang des Hutberges wurde 1786 gegründet. 1833 standen 23 Häuser, in denen 151 Einwohnern lebten. Die Siedlung „Neue Welt”, ein weiterer Ortsteil von Rosendorf, entstand erst im 19. Jahrhundert.

Libinsdorf
Im Jahre 1789 wurde auf der Böhmisch-Mährischen Höhe in der Nähe von Iglau der Ort Libinsdorf durch Siedler aus dem Zappenlande angelegt, von denen die meisten davon, nämlich 20 Familien, aus Rosendorf stammten. Die Siedler und ihre Nachkommen hatten ihre deutsche Muttersprache teilweise bis 1945 erhalten.

Rosenberggipfel
1808 Errichtung einer Larumstange für Beobachtungszwecke,  1881 wurde ein erster 14 m hohen hölzerner Aussichtsturm auf dem Gipfel errichtet. Kurz darauf entstand auch ein kleines hölzernes Berggasthaus. Ein Blitzschlag vernichtete den Aussichtsturm, so dass schon im Jahre 1893 ein neuer Turm mit 24 m Höhe errichtet werden musste. Auch dieser Turm existierte nur wenige Jahre, im Jahr 1903 warf ein Sturm den Turm einfach um. Der dann im Jahre 1904 errichtete neue Turm mit 18 m Höhe existierte dann immerhin bis 1938 dieser musste wegen Baufälligkeit 1938 abgetragen werden. Die berühmte Aussicht zog zu dieser Zeit viele Touristen an, bis zu 10000 Besucher jährlich wurden auf dem Berg gezählt. Das 1890 errichtete Blockhaus mit Fremdenzimmer und Gstwirtscjhaft wurde 1931 ein Raun der Flammen, damit begann der Niedergang als touristische Attraktion.

Tetschen-Bodenbach – Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach (Hrsg.) „Heimatkreis Tetschen-Bodenbach. Ein Buch der Erinnerung“ – 1969
Alfred Herr “ Heimatkreis Tetschen-Bodenbach: Städte und Gemeinden. Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach e.V.“ 1977 – S.639-646

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