Arnsdorf

 

Geschichte:

Arnsdorf ist eine deutsche Rodungssiedlung  (Waldhufendorf), allerdings erstreckten sich die Hufen nicht regelmäßig, beiderseits der Dorfstraße, sondern überwiegend nach westlicher Richtung, während nach Osten die Ausdehnung durch einen Geländeeinschnitt begrenzt ist.

Meierhof Arnsdorf und Arnsheide
1614 war auf den nordwestlich von Arnsdorf gelegenen Feldern des ehemaligen Erbgerichtes ein kleiner Meierhof gebildet worden. Nach seiner Auflösung im Jahre 1796 entstand dort der Weiler Arnsheide (auch Arnshaide geschrieben), der 1833 drei Häuser mit 16 Bewohnern hatte und sich bis 1945 nicht wesentlich vergrößerte.

Die Gemeinde Arnsdorf im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus der Ortschaft Arnsdorf und den den Ortsteilen Arnshaide und Krümmerbaude (bzw. Krümmerwand). Arnsdorf liegt auf der Hochebene des „Zappenlandes” nordöstlich von Tetschen, welche steil vom Dürrkamnitzschlucht unterbrochen wird. Das Gemeindegebiet umfasste 558 ha Fläche und bestand zu 50% aus Waldboden und zu 40 % aus landwirtschaftlichen Flächen, meist mittelschwere Lehm-Lößböden und teilweise auch Sandböden.der Arnsberggipfel ist aus Basalt. Ein Großteil der umgebenden Wälder gehörten zum Forstrevier Binsdorf (Besitzer bis 1924 Fürst Clary-Aldringen, dann tschechischer Staat), das dort eine Försterei unterhielt; 123 ha umfaßte der Gemeindewald. Arnsdorf wurde gern als Sommerfrische besucht.

Die Meereshöhe beträgt in der Ortsmitte 346 m, in Arnshaide 320 m und bei der Krümmerbaude 278m.
Der Ort wird auf einer Länge von etwa 1 km von der Bezirksstraße Tetschen – Herrnskretschen durchzogen, die 1887 zwischen Arnsdorf und Johnsdorf vollendet wurde. Bis 1945 blieb Arnsdorf ein Bauerndorf ohne eigene Industrie, wobei der Anteil der von Land- und Forstwirtschaft lebenden Einwohner nur rund 15 % betrug. Auf die industriellen und handwerklichen Berufe entfielen über 45 % und auf Handel und Verkehr über 20 %.

Die Pfarrei Maria Himmelfahrt in Arnsdorf wurde nach dem Catalogus Cleri der Diözese Leitmeritz im Jahre 1240 gegründet und gehört damit zu den ältesten Pfarreien des Kreises. Die Kirchenbücher sind seit 1785 erhalten. Die älteren Matriken und das seit 1562 bestehende Pfarrarchiv sind beim großen Brand von 1906 vernichtet worden. Arnsdorf ist eine deutsche Rodungssiedlung des frühen 13. Jahrhunderts und hatte seit Anbeginn ein Erbgericht, was aus dem Vorhandensein einer Dorfruge von 1543 hervorgeht. Der Name geht auf den Taufnamen Arnold zurück, wie die lateinische Nennung von 1352 „Arnoldi villa” zeigt. Arnold dürfte der Lokator (der Gründer) des Ortes gewesen sein.

In der Steuerrolle von 1654 sind elf Bauern, zwei Gärtner und 23 Häusler auf Gemeindegrund angeführt. Es standen somit 36 Häuser.  1713 lebten in Arnsdorf 13 Wirte und 18 Häusler, somit hatte der Ort 31 Häuser. 1787 gab es 67 Hausnummern und 1833 105 Häuser mit 619 Einwohnern, wovon drei Häuser auf den neu entstandenen Ortsteil Arnsheide entfielen. Am 16.März 1843 wurde Arnsdorf zur Marktgemeinde (mit dem Recht zur Abhaltung von drei Märkten) erhoben. Bei den Volkszählungen von 1869 und 1890 hatte der Ort 835 bzw. 822 deutsche Einwohner. 1906 wurden bei einem Großbrand zahlreiche Häuser sowie die Kirche und die Pfarrei samt Pfarrarchiv vernichtet.

1930 hatte der Ort 155 Häuser mit 716 Bewohnern (Deutsche 707, Tschechen 6), davon der Ortsteil Arnsheide mit 5 Häusern und 23 Einwohnern. Im Jahre 1939 gab es 695 Einwohner.

Arnsdorf war Sitz eines Distriktarztes bis 1945. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg waren die Spar- und Darlehenskassenverein für Arnsdorf, Binsdorf, Elbleiten und Geidenstein sowie der Konsumverein „Einigkeit“ gegründet wurden. Post- und Fernmeldeamt bestand seit 1869.

Eisenbahnstadtionen befanden sich in Schöna – Herrnskretschen, Niedergrund, Tetschen und Rabstein. Autobusverbindungen bestanden nach Tetschen-Bodenbach, nach Herrnskretschen über Rosendorf, nach Elbleiten und Johnsdorf. Es befanden sich 7 Gasthäuser u.a. „Zum Grünen Baum“, „Obere-,Niedere Schenke“, „Zur Buche“, „Weigels Binder“, „Bei Beutln“ und „Edmundsklamm“ mit Kino (1930), Krümmerbaude“.

Das neue Schulhaus wurde 1878 gebaut; 1932 war die Schule zweiklassig und 1934 bis 1945 dreiklassig.

 

Tetschen-Bodenbach – Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach (Hrsg.) „Heimatkreis Tetschen-Bodenbach. Ein Buch der Erinnerung“ – 1969
Alfred Herr “ Heimatkreis Tetschen-Bodenbach: Städte und Gemeinden. Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach e.V.“ 1977 – S.272-277

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