Gemeindebereich
Die Gemeinde Arnsdorf, Gerichtsbezirk Tetschen, bestand aus der Ortschaft Arnsdorf und den 2 bzw. 1 km nordwestlich gelegenen Ortsteilen Arnshaide (Arnsheide) und Krümmerbaude (Krümmerwand). Im innerörtlichen Sprachgebrauch wurde der nördliche Teil von Arnsdorf gegen die Dürrkamnitzschlucht zu als „Niedergemeinde“ bezeichnet, außerdem gab es das Mittel- und Oberdorf.
Ortsgeschichte
Arnsdorf ist eine deutsche Rodungssiedlung (Waldhufendorf), allerdings erstreckten sich die Hufen nicht regelmäßig beiderseits der Dorfstraße, sondern überwiegend nach westlicher Richtung, während nach Osten die Ausdehnung durch einen steilen Geländeeinschnitt begrenzt ist. Gemäß der Nennung der Pfarrei im Jahre 1240 muß die Gründung des Ortes bereits Anfang des 13. Jahrhunderts erfolgt sein. Auf das hohe Alter der Ortschaft weist auch der für das Dorf relativ hohe Papstzehend I. J. 1384 (4 Groschen halbjährlich). Nach der örtlichen Überlieferung existierte bereits vor der Ortsgründung ein einzelner Wirtschaftshof, der an der Stelle der späteren Erbrichterei bzw. das Forsthauses stand.
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Der Name Arnsdorf geht auf den Taufnamen Arnold zurück, wie die lateinische Namensform “Arnoldi Villa“ vor 1352 und „Arnorsdorff“ von 1423 schließen lassen. Arnold dürfte der Lokator gewesen sein. Arnsdorf lag damals an der sogenannten „Böhmerstraße“ von Bauten nach Tetschen. Ursprünglich gehörte Arnsdorf wie das ganze Zappenland zur älteren Herrschaft Scharfenstein. Bei der Salhausenschen Güterteilung kam es 1562 an den Teil, aus dem später die Herrschaft Binsdorf entstand und mit diesem Teil 1612 an die Herrschaft Kamnitz (Wartenberger und ab 1614 Kinskyscher Besitz). Als der Güterkomplex 1634/35 beschlagnahmt und dem Feldmarschall von Aldringen zugesprochen wurde, fiel Arnsdorf an diese Familie (später Grafen Clary-Aldringen) und blieb in deren Hand bis zur Aufhebung der Grundherrschaft. Zwischenzeitlich (1636 bis 1709) war Arnsdorf infolge Güterteilung Bestandteil der Teilherrschaft „Rosendorf“ gewesen. 1850 wurde der Ort dem Gerichtsbezirk Tetschen zugeteilt.
Die älteste bekannte Nennung von Arnsdorf , außer der Pfarreigründung (1240), erfolgte 1352 als „Arnoldi Villa“. Aus den Jahren 1355 und 1359 sind aus tschechischeUrkunden die Schreibungen Arnolticz bzw. Arnoltycz bekannt. Seit dem 15. Jahrhundert kommt nur mehr die deutsche Ortsnamenform vor, wie z.b. 1413 Arnsdorff, 1423 Arnorsdorff, 1515,1543 und 1555 Arnstorff; im Herschaftsurbar von 1583 die moderne Schreibung Arnsdorf und im Urbar von 1653 sowohl Arnssdorfals auch Arnsdorf.
Die Familiennamen in Arnsdorf sind gemäß den frühesten Matriken von Ende des 16. Jahrhunderts durchaus deutsch: Pechlerner, Beutel, Dietrich, Dittrich, Fiedler, Gaudernack, Stelzig, Weigel.
In der Steuerrolle (StR) von 1654 sind für Arnsdorff 11 Bauern, 2 Gärtner und 23 Häusler auf Gemeindegrund angeführt, zusammen also 36 Häuser. Der Theresianischer Kataster (TK) von 1713 zählt für Arnsdorff 13 Wirte (Bewirtschafter) auf, hinzu kamen 18 Häusler, so daß die Gesamtzahl der Häuser 31 betrug. Die Visitation des Ortes ergab an Gewerbe: 1 Schuster und 1 Gastwirt.
Arnsdorf hatte 67 Hausnummern mit 105 Häusern, mit 619 Einwohnern, wovon 3 Häuser auf den neu entstandenen Ortsteil Arnsheide entfiel. Dazu kommt ferner: 1 Forsthaus, 1 Wirtshaus, Faßpecherzeugung, 42 Strumpfwirkmeister mit 25 Gesellen und 4 Lehrlingen, 6 Leinenweber und 1 Lohgerber. Die bedeutenderen Wirkereien waren damals: Anton Klee, Fischer, Stelzig und Wenzel Schöbitz.
Im Jahre 1843 wurde Arnsdorf zur Marktgemeinde erhoben, doch wird die Klassifizierung „Markt“ nur den amtlichen Ortsrepertoren von 1853, 1880 und 1885, aber nicht mehr in jenen ab 1900 geführt. Die Markttage waren jeweils am Montag nach dem Weißen Sonntag, nach Maria Heimsuche und nach Wenzel. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Arnsdorf einen Kommunalarzt; 1857 war es MU Dr. August Hauptmann und seit den 80er Jahren bis in den Ersten Weltkrieg MU Dr. Raimund Neumann, der als Spezialist zur Behandlung von Gallensteinen galt.
Bei der Volkszählung von 1869 und 1890 hatte Arnsdorf 835 bzw. 822 deutsche Einwohner. In der folgenden Zeit ging die Bevölkerungszahl leicht zurück, stabilisierte sich aber, seit Arnsdorf in den 20er Jahren Autobusverbindung nach Tetschen erhielt. Im Jahre 1906 wurden bei einem Großbrand zahlreiche Häuser sowie die Kirche und die Pfarrei samt Pfarrarchiv vernichtet.
Aus Arnsdorf stammen: Rudolf und Franz Dinnebier, Spielwarenfabrikanten und Großkaufleute in Spanien, Wilhelm Beutel, Generalauditor beim altösterreichischen Herr in Graz, Fritz Keßler, von 1934 bis 1938 sozialdemokratischer Bürgermeister von Bodenbach.
Meierhofs Arnsdorf und Ortsteil Arnsheide
Im Jahre 1614 war aufwendig nordwestlich von Arnsdorf gelegenen Feldern des ehemaligen Erbgerichtsgut ein kleiner Meierhof gebildet worden. Nach seiner Auflösung im Jahre 1796 entstand dort der Weiler Arnsheide, der1833 3 Häuser mit 16 Einwohnern hatte und sich bis 1945 nicht wesentlich vergrößerte.
Lage
Arnsdorf liegt auf der Hochebene des Zappenlandes nordöstlich von Tetschen. Die Meereshöhe beträgt in der Ortsmitte 346 m, in Arnsheide 320 m und bei der Krümmerbaude 278 m. Der Ort wird auf eine Länge von etwa 1 km von der Bezirksstraße Tetschen-Herrnskretchen durchzogen. Die Entfernung nach Tetschen beträgt 9 km, nach Herrnskretchen 6 km.
Bodengestalt
Die Hochebene des Zappenlandes wird unweit östlich und nördlich von Arnsheide steil vom Dürrmanitzbachtal unterbrochen. Im Südosten wird Arnsdorf vom Arnsberg (422 m) überragt, mit schöner Aussicht, besonders auf das Massiv des Hohen Schneeberges. Der Dürrkamnitzgrund ist durch romantische Felspartien bekannt, an die sich die Sage vom Rotpelz knüpft und die in ihrem oberen Teil Krümmer- oder Grimmerwände , im einzelnen Wiener,- Kletter-, Kroaten- und Zigeunerwand sowie Durchgang, Aussicht Krümmerstube und Kegel genannt werden. Der Weg durch den Grund wurde 1894 vom Gebirgsvereinssektion Arnsdorf und Elbleiten angelegt (Robert-Manzer-Weg). An Stelle der verlassen, 1848 erbaut gewesene Grimmermühle mit Mühlteich „Strachenmühle“, die Kümmerbaude. Der Krümmerborn bietet ausgezeichnetes Trinkwasser.
Das Gemeindegebiet besteht zu gut 5+% aus Waldboden (besonders Dürrkamnitzgrund gegen die Rosenkämme) und zu 40 % aus landwirtschaftlichen Flächen, 5 % sind unproduktiv (Felsen). Es überwiegt mittelschwer Lehm-Lößboden und im Südteil kommt Sandboden vor. Der Arnsberggipfel ist aus Basalt. Ein Großteil der umgebenden Wälder gehörte zum Forstrevier Binsdorf (Besitzer bis 1924 Fürst Clary, dann tschechischer Staat), das dort Försterei unterhielt, 123 ha umfaßte der Gemeindewald. Arnsdorf wurde gerne als Sommerfrische besucht.
Gewässer und Trinkwasserversorgung
Arnsdorf wird von einem kleinen Dorfbächlein (Doktorgraben) durchflossen, das bei der Krümmerbaude in den Dürrkamnitzbach mündet. Im obersten Teil der Dürrkamnitz befindet sich eine mittels des Molissendammes angelegte Aufstauung. Ein zweites Rinnsal durchfließt an der östlichen Gemeindegrenze den Janzen-, Pfarr- und Richtergrund, durch die Aufstauung im Janzengrund entstand ein Badeteich. Andere Teiche: Dorfteich und Schulteich.
Trinkwasserversorgung: Im Dorf mehrere öffentliche Tröge aus Sandstein (z.b. Schenkentrog, Schultrog), die durch Holzröhren mit Wasser hauptsächlich aus dem Arnsberggebiet gespeist werden. Außerdem gibt es zahlreiche Hausbrunnen (Bronnen)und Pumpen sowie einige private Wasserleitungen.
Flurnamen
Gegen Südwesten und Westen: Vornhübel, Niedere Gemeindewald, Beim steinernen Kreuz, Bei der Rußhütte, Am grauen Platz, Scheibgarten, AmSteig, Beim Kreuzstein, Bleichteich, Am schwarzen Teich, Hofboden, Beutels Schnupftüchel, Finkenflug, Liebscher Birken, Beutelplatz, Pfitzgraben, Brüchtich, Der Brand, Fiedels Ecke, Rabenstein, Stude, Studenplatz, Obere Gemeindewald, Steinrücken, Wüster Grund, Hohes Floß
Gegen Nordwesten: Bauernbüsche, Hofwald, Arnsheide, Hainhübel, Schlucht
Gegen Nordosten: Mühlgrund, Aasplatz, Folge, Pfarrgrund, Janzengrund, (letztere drei zusammen auch als „Arnsdorfer Grund“ bezeichnet).
Gegen Südosten: Beim Schulteich, Leite, Schneidhübel, Janzen Sandgrube, Arnsberg, Trommel, Bergwiese, Bergteich, Fibich
Bevölkerung und Erwerb
1930 gab es 716 Einwohner in 155 Häusern (Ortsteil Arnsheide 5 Häuser mit 23 Einwohnern); 1939 695 Einwohner in 166 Häuser.
Obwohl Arnsheide ein Bauerndorf ohne eigene Industrie war, betrug der Anteil der von Land- und Forstwirtschaft lebende Bevölkerung im Jahre 1939 nur 15,4 %.
Hohe Prozentsätze entfielen 1939 auf die Industriellen und handwerklichen Beruf (45,6 %) und Berufe von Handel und Verkehr (21,2 %). Dementsprechend stark vertreten war der Arbeiterstand (52,1 %). Da die Arbeitnehmer nur zu einem geringen Teil in Arnsdorf Beschäftigung fanden, hatten die meisten von ihnen ihre Arbeitsplätze in der Industrie Tetschen-Bodenbachs, am Umschlagplatz Tetschen-Laube, bei der Schifffahrt und Flößerei sowie in Steinbrüchen im sächsischen Teil des Elbtales. Viele Arbeitnehmer bewirtschafteten als Nebenerwerb einen der zahlreichen kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Als Nebenerwerb wurden weiters in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg die Strumpfwirkerei, die Lohgerberei, die Faßbinderei und die Töpferei betrieben. In späterer Zeit hatte noch die Gerberei Bedeutung sowie – als Winterarbeit – das Korbflechten und Besenbinden. Im Sommer und Herbst bot der Verkauf der in der Umgebung reichlich vorhandenen Heidel-, Preißel- und Himbeeren einen Zuverdienst.
Arnsdorf war Sitz eines Distriktarztes (zuletzt bis 1945 MU Dr. Emil Illmann). Bereits vor dem Ersten Weltkrieg waren das Spar- und Darlehnskassenverein für Arnsdorf, Binsdorf, Elbleiten und Heidenstein sowie der Konsumverein „Einigkeit“ gegründet worden.
Verkehr, Gastgewerbe, Sport
Nächste Eisenbahnstation: Schöna-Herrnskretchen (6 km), Niedergrund a.d. Elbe (4 km), Tetschen und Rabstein (9 km)
Post- und Telegraphenamt seit 1869.
Autobusverbindungen bestanden nach Tetschen-Bodenbach, nach Herrnskretchen über Rosendorf, nach Elbleiten und Jonsdorf.
Gastgewerbe: 7 Gasthäuser, u.a. „Zum grünen Baum“ oder „Obere Schenke“- K.Richter Nr.31, „Niedere Schenke“ mit Saal – A.Beutel Nr.81, „Zur Buche“ – A.Fischer Nr.8, „Weigels Binder“ – F. Eichler Nr.59, „Bei Beutln“ – E.Beutel Nr.82, „Edmundsklamm“ mit Saal und seit 1930 mit Kino – M.Neumann Nr.150, „Krümmerbaude“ – F. Stelzig Nr.158, Fremdenpension Dinnebier Nr.72. Außerdem gab es Fremdenzimmer in mehreren Gasthäusern und bei zahlreichen Privatvermietern. Im alten Stelzigschen Gasthaus (Obere Schenke) waren bis 1945 Biergläser vorhanden, die angeblich von 1701 stammten.
Sportanlagen: Turnhalle und Turnplatz des Arbeiterturnvereins, Badeteich mit Hübels Freibad im Janzengrund nahe der Rosendorfer Gemeindegrenze.
Pfarrei, Matriken, Kirche
Die Pfarrei Maria Himmelfahrt in Arnsdorf wurde gemäß Catalogus Cleri der Diözese Leitmeritz im Jahre 1240 gegründet und gehörte somit wie die Pfarrei von Tetschen, Neschwitz, Rosawitz, Höflitz u.a. zu den ältesten des Kreises. In der Neuzeit erstreckte sich ihr Bereich auf die Ortschaften Arnsdorf mit Arnsheide, Binsdorf, Elbleiten, Heidenstein und Jonsdorf. Ursprünglich gehörten auch Rosendorf und Herrnskretchen dazu und angeblich auch Reinhardsdorf in Sachsen (damals bei Böhmen).
Von 1562 bis 1624 wirkten hier lutherische Pastoren, anschließend war die Pfarrei über zwei Jahrzehnte unbesetzt und wurde 1647 erneuert. Von da an bis 1786 gehörte Rosendorf wiederum dazu; im selben Jahr wurde Herrnskretchen selbständige Pfarrei.1384 war Arnsdorf ein Bestandteil des Dekanates Leipa, 1833 des Vikariates Kamnitz und seit 1912 Vikariats Tetschen. Pfarrer nach dem Ersten Weltkrieg: Johann Tomo und Martinowski, dann bis 1945 Dechant Christof Spotka.
Die Tauf-, Traungs- und Sterbematriken von Arnsdorf sind seit 1785 erhalten. Die älteren Matriken und das Pfarrarchiv (seit 1562) sind beim Brand von 1906 verloren gegangen.
An Stelle eines gotischen Kirchenbaus wurde 1756 bis 1758 eine neue einschiffige Kirche im späten Barockstil (Baumeister Joh. Wenzel aus Tetschen) errichtet. Der Johannesaltar stammt von 1761. Nach dem Brand von 1906 wiedererrichtet im alten Stil, aber einfacher. Einschiffiger Bau, rechteckig, prismatischer Turm westseitig, Altarraum mit halbkreisförmigen Abschluß ostseitig. Westfront mit plastischem Schmuck. Der Innenraum mit Stützgewölbe und Lünetten mit Stuckdekoration. Innenausstattung seit 1906 aus Claryscher Schlosskapelle in Venedig, und zwar Hoch- und Seitenaltar, Kanzel und Altarbild.
Statuen und Wegekreuz: Marienstatue errichtet 1729 bis 1739, mit Kaiser Josef II.-Gedenkplatte (bis 1918) am Marktplatz bei der Niederen Schenke. Nepomukstatue (1748) von Franz Andreas Stelzig an der Jonsdorfer Straße. Schönes Steinkreuz (1749) in der Lindenallee an der Binsdorfer Straße sowie acht weitere Feldkreuze und Statuen.
Kirchenfest am 15. August (Maria Himmelfahrt) mit Verkaufsbuden, Ringelspiel und Karussell. Wallfahrt am 8. September (Maria Geburt) nach Böhmisch-Kamnitz. Umzug gemeinsam mit den Jonsdorfern an deren Gelöbnistag.
Friedhof rings um die Kirche. An deren Außenseite ein Grabdenkmal (1637) des Herrnskretchner Schiffers Michael Gut an der Kirchenrückseite. Kreuzweg (1764) mit Relifs aus Steinplatten an der Friedhofsmauer.
Schule
Schon zur Zeit der Reformation ist in Arnsdorf ein Lehrer tätig gewesen; 1616 war es Daniel Onesorg. Bei Sommer (1833) ist eine Schule erwähnt; Lehrer war damals Karl Wehle. Das neue Schulhaus wurde 1878 gebaut; 1932 war die Schule zweitklassig und 1934 bis 1945 dreiklassig. Arnsheide war nach Elbleiten eingeschult.
Verwaltung
Arnsheide hatte seit seinem Bestehen eine Erbrichterei, wie aus dem Vorhandensein einer Dorfruge von 1543 hervorgeht, die noch erhalten ist. Die Erbrichterei stand bis Anfang des 17. Jahrhunderts dort, wo sich später das herrschaftliche Forsthaus befand (Nr.51). Es ist deshalb Platz, den vor dem Ausbau des Dorfes (13. Jahrhundert) der alte Einzelhof einnahm. Die Namen der Bewohner von 1562 bis 1849 sind großenteils bekannt; sie tragen durchweg deutsche Namen. Die bis 1849 bestehende Dorfrichterei befand sich im Haus Nr.32 (August Richter). Bürgermeister seit 1918: Ignatz Donat bis 1934, Rudolf Beutel bis 1945.
Gemeinde Personal: 1 Wachmann (bis in die 20er Jahre)
Am 16.März 1843 erfolgte die Erhebung Arnsdorf zur Marktgemeinde, jedoch wurde diese Bezeichnung seit der Wende zum 20.Jahrhundert nicht mehr gebraucht, nachdem seitdem keine Märkte mehr abgehalten wurden. Die Verkaufsbuden und Gerüste fanden bis zum Zweiten Weltkrieg beim Arnsdorfer Kirchenfest Verwendung.
Kulturpflege und Vereinsleben
Vereine: Arbeiter-Turnverein, Deutscher Männergesangsverein, Freiwillige Feuerwehr, Landw. Kasino (gegr. vor 1883), Musikverband Arnsheide, Theater-Dilettantenverein (gegr. vor 1883), Ortsgruppe des deutschen Bienenzüchtervereins, Ortsgruppe des Gebirgsvereins (ab 1880, neu 1927), Deutscher Turnverein.
Sonstiges: Gemeindebücherei
Sehenswertes
Kriegerdenkmal für die Kriege von 1859, 1866 und 1914 bis 1918.
Windmühle erbaut 1830, aufgelassen 1877 und als Wohnhaus eingerichtet (Nr.112).
Ausklang
Die Kriegsverluste Arnsdorf betrugen, soweit ermittelt werden konnte, 22 Gefallene und Vermißte 6,8 % der männlichen Bevölkerung von 1939. Im Jahre 1953 waren gut ein Drittel der ehemaligen Einwohner in der Bundesrepublik Deutschland und fast zwei Drittel in der DDR. Die Kirche wurde als einfaches Bauwerk 1959 wiederhergestellt.
Heute

Das derzeitige tschechische Gemeindeverzeichnis führt eine Gemeinde Arnoltice (deutsch Arnsdorf) mit 898 Einwohnern im Jahre 1961 auf, zu der auch die frühere Selbständigen Gemeinden Bynovec (deutsch Binsdorf) und Labská Stráň (deutsch Elbleiten) gehörten. Die Ortschaft Arnoltice allein hatte 1961 340 Bewohnern gegenüber 695 Einwohner im Jahre 1939 in Arnsdorf. 2006 lebten 224 Einwohner in der Gemeinde, am 01.01.2018 waren es 410 Einwohner.
[wp-svg-icons icon=“book“ wrap=“i“] „Tetschen-Bodenbach – Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach“ (Hrsg.) „Heimatkreis Tetschen-Bodenbach. Ein Buch der Erinnerung“ – 1969
[wp-svg-icons icon=“book“ wrap=“i“] „Alfred Herr „Heimatkreis Tetschen-Bodenbach: Städte und Gemeinden“ – Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach e.V.“ 1977 – S.272-277
„Die deutschen Heimatführer“ Band 17/18 Sudetenland – Druck 1939
„Trei da Hejmt!“ Heimatzeitung für den Landkreis Tetschen-Bodenbach
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