Stimmersdorf

  • Beitrags-Kategorie:Landkreis Tetschen-Bodenbach
  • Beitrag zuletzt geändert am:26. Oktober 2024
  • Lesedauer:22 min Lesezeit

Gemeindebereich

Die Gemeinde Stimmersdorf im Gerichtsbezirk Tetschen bestand aus der Ortschaft Stimmersdorf und der einschichtigen Sommerrestauration Edmundsklamm sowie der Ortschaft (früher Einschicht) Rainwiese. Innerörtliche unterschiedene Ortsteile von Stimmersdorf: Im Norden „In den Kiefern“, im Osten „Meergrube“, im Süden „Auf der Heide“ und im Westen „Im Loche“.
Mundartliche Aussprache der Ortsnamen: Stimmersdruf
Die Gesamtfläche der Gemeinde belief sich auf 1.038 ha

Ortsgeschichte

Stimmersdorf ist ein Rodungsdorf, das wahrscheinlich in der Spätzeit des deutschen Landausbaus zwischen 1350 und 1400 gegründet wurde, als zu dieser Zeit nur mehr wenige für eine landwirtschaftliche Nutzung geeignete Flächen vorhanden waren. Nach Angaben von Neder gab es den Ort bereits um 1410 als Zugehörig zur Burg Schauenstein, jedoch ist dafür kein urkundlicher Nachweis bekannt. Gemessen am Betrag des vom Pfarrsprengel Rosendorf in der Zeit zwischen 1352 und 1405 zu zahlenden Papstzehentes, müsste Stimmersdorf schon bestanden haben. Die Ansiedlung könnte von Rosendorf oder Jonsdorf aus erfolgt sein, wofür der Umstand spricht, dass das Gemeindegebiet auf das südliche des Kamnitzbaches übergreift, wo es auf fast 2 km Länge Berührung mit der merkwürdig langen Ostzipfel der Gemeinde Jonsdorf hat. Rainwiese dürfte seine Entstehung der Salhauseńschen oder Banausischen Waldwirtschaft im 16. Jahrhundert verdanken. Nach örtlicher Überlieferung existierte dort schon 1629 eine Försterei. Der Ortsname Stimmersdorf ließ sich bisher nicht klären. Ob „Stimmer” auf einen Personennamen zurückzuführen ist oder ob dafür die Wörter „Stamm” (Mehrzahl Stämme), „stemmen” oder „Stumpf” (Mehrzahl „Stümpfe” – mundartlich „Stümpe”) eine Rolle gespielt hat, ist bisher nicht zu ermitteln gewesen. Rainwiese bedeutet „Grenzwiese” und meint die Abgrenzung des Gutes Hohenleipa von dem Besitz der Herrschaft Scharfenstein (bei Bensen). Die Erwähnung dieser Grenzfunktion ist für 1562 und 1583 überliefert, die bisweilen unzutreffende Schreibart „Reinwiese“ geht fehl. Der Raum um Stimmersdorf war ursprünglich ein Teil der den Herren von Michelsberg, dann den Familien Berka und Wartenberg gehörenden älteren Herrschaft Scharfenstein. Innerhalb derselben war die Ortschaft zeitweise um die Mitte des 15.Jahrhunderts, mit Sicherheit aber von 1441 bis 1453, Bestandteil des Gutes Hohenleipa-Schauenstein. Während der Zeit der Herren von Salhausen (ab 1515) wurde Stimmersdorf 1562 und 1584 geteilt, wobei je eine Hälfte vorübergehend zur Herrschaft Binsdorf bzw. Bensen kam. Nach Vereinigung der beiden Teile im Jahre 1596 durch Antonius von Salhausen und nach dem Übergang des Herrschaftsbesitzes an die Wartenberger, Kinsky und Aldringen bzw. Clars-Aldringen kam es 1653 zu einer neuerlichen Teilung von Stimmersdorf. 5 Gärtner und der einzige Häusler gehörten zum Hohenleipa-Reifener Teil, die übrigen 3 Gärtner zum Binsdorfer Teil. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1709 blieb Stimmersdorf bis 1850 bei der Clary-Aldringen‘schen Herrschaft Binsdorf und wurde dann dem Gerichtsbezirk Tetschen zugeteilt. Die älteste bekannte Nennung von „Stymmersdorff” auf einer Urkunde im Dresdner Archiv stammt von 1446. In tschechischen Landtafeleintragungen von 1543 (für 1515) und 1614 „Sstymersdorff“ bzw. „Stimmersdorf“. Von 1583 ist der Familienname Keßler überliefert. Die Steuerrolle von 1654 verzeichnet insgesamt acht Gärtner und einen Häusler, also neun Häuser. Die Gärtner trugen die Namen Dünnbier, Ettrich, Hertig, Jäger und Keßler. Im TK von 1713 hatte „Stimmersdorff“ 8 Wirte und 7 Häusler, die sich durch Taglohnarbeit und vom Spinnen ernährten. Es gab einen Gastwirt, der offenbar der Dorfrichterei war. In der Müller‘schen Karte von 1720 und in der Josefinischen Karte von 1781/82 ist „Stimmersdorf“ eingetragen. Im Jahre 1742 wurde im Ziegengrund bei der Rainwiese der letzte Luchs erlegt. Zur Zeit von Schaller 1787 wurden 33 Hausnummern gezählt. Im Jahre 1792 wurde das Forsthaus Rainwiese erneuert. Sommer 1833 wohnten 349 deutsche Einwohner in 46 Häusern (ohne Rainwiese, dafür mit Schule und Wirtshaus), (aus einem obrigkeitlichen Forsthaus und einem gleichfalls der Obrigkeit gehörenden Grenzzollaufseher Häuschen bestehend). Erwähnt wurde die Faßpecherzeugung. Im Jahre 1842 wütete im Stimmersdorfer Forstrevier 14 Tage lang ein Waldbrand, dem rund 200 ha Wald zum Opfer fielen. Der mit Abstand häufigste Familienname in Stimmersdorf im Jahre 1934 war Ettrich, den trugen 21 Familien; es folgten Hille, Kleinpeter, Keßler, Nowak, Richter, Hille und Philipp.

Danke, dass Sie diesen Beitrag gelesen haben, und vergessen Sie nicht, ihn zu abonnieren!

Ortsteile Gemeinde

Rainwiese

Wann die erste ständige Ansiedlung entstand, ließ sich bisher nicht feststellen. 1742 wurde im Ziegengrund bei Rainwiese der letzte Luchs im Tetschner Gebiet erlegt. 1781/82 ist das Forsthaus mit dem Namen „Rainwiese” verzeichnet. Bald darauf kam das 1833 erwähnte „Grenzzollaufseherhaus” hinzu. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt die Örtlichkeit mit ihren zwei Häusern und rund zehn Einwohnern als Einschicht. Erst nachdem 1892 vom Fürsten Edmund Clary-Aldringen das Grandhotel Rainwiese mit 35 Fremdenzimmern, Bibliothek, Solbädern und anderen Einrichtungen gebaut wurde, entwickelte sich Rainwiese zu einem viel besuchten Luftkurort, der zur Nachkur von Aufenthalten in Karlsbad, Marienbad und Franzensbad empfohlen wurde.

Bis 1945 bestand die Ortschaft aus vier Häusern, darunter das Hotel und das Forsthaus und hatte etwa 25 Einwohner.

Lage

Die Ortschaft Stimmersdorf in etwa 300 m Meereshöhe liegt ungefähr 2 km südlich der zwischen 1859 und 1867 erbauten Bezirksstraße HerrnskretschenHohenleipa. Mit dieser ist sie durch eine Nebenstraße verbunden, die in Rainwiese, 5 km östlich von Herrnskretschen, von der Bezirksstraße abzweigt und in Stimmersdorf endet. Nach dem im Süden gelegenen Pfarrdorf Rosendorf führt nur ein Fußweg, der auf der 387 Stufen zählenden „Langen Stiege“ in die Klamm absteigt, dort auf der „Stimmersbrücke“ (Kirchsteig) den Kamnitzbach überquert und durch den „Stimmersgrund“ auf die Hochfläche des Zappenlandes hinaufführt.

Bodengestalt

Stimmersdorf liegt inmitten der Böhmischen Schweiz und ist bis heute wegen seiner landschaftlichen Schönheit und seines Waldreichtums ein beliebtes touristisches Ziel und ein lohnendes Erholungsgebiet. Im nördlichen Teil, entlang der sächsischen Grenze, liegen reizvolle Sandsteinfelsbildungen mit berühmten Namen wie Flügelwand (462m), Hundssteine (466m), Hohe Schlichte (475m), Kalchte Horn (367m) und Donnersberg (455m), zwischen denen zahlreiche Schluchten, die sogenannten „Gründe”, eingeschnitten sind. -> Tor-, Prebischkegel-, Kieferer-, Brüchtig-, Donner-, Vieh-, Schlaf-, Ziegen-, Nasser-, Schwarzer- und Harz-Grund sowie das Borngründl. Durchquert wird dieses Wald- und Felsengebiet in west-östlicher Richtung von dem beim Prebischtor beginnenden „Gabrielensteig” und in nord-südlicher Richtung von dem schon im 16. Jahrhundert bekannten, aus dem Kirnitzschtal in Sachsen kommenden „Großen Zschandweg”, von dem der „Stimmersdorfer Steig” nach Osten abzweigt. Auf der diesem Bergland im Süden vorgelagerten Hochfläche, in 270 bis 330 m Höhe, befindet sich die Ortschaft Stimmersdorf und der Luftkurort Rainwiese, von denen aus sich ein sehr schöner Blick auf das Felsengebiet des Prebischtores und zum Gabrielensteig bietet. Das Stimmersdorfer Plateau fällt nach Süden rund 200 m steil in die Schlucht des Kamnitzbaches ab und bildet hier die Klammen. In die Südwände derselben sind der Fisch- und der Sandgraben, sowie weitere „Gründe“ eingeschnitten, insbesondere der Stimmersdorf-, der Pafaffen-, der Tiefe und der Lange Grund. Die 1 km lange Kahnpartie durch die seit 1890 öffentlich zugängliche Edmundsklamm (genannt nach dem Förderer der Erschließung, dem Fürsten Edmund Clary-Aldringen) beginnt beim sogenannten „Hohl”, wo die Felswände beiderseits des Baches bis zu 100 m hoch aufragen. Diese Stelle hat viel Ähnlichkeit mit dem Eingang zur Lichtensteinklamm bei St.Johann im Pongau/Land Salzburg. Die markantesten Stellen der wildromantischen und durch erhabene Stille beeindruckenden Edmundsklamm sind die Mittelwände, der „Dastel” (mit Wasserfällen), der Leiertump, die Klammfamilie und der Schellheger. Von letzterem (mit Restaurant) wird in 15 Minuten Fußweg bei der Stimmersbrücke die Wilde Klamm mit dem „Stillen See“ erreicht, die 1898 eröffnet wurde und weitere 500 m Kahnfahrt bietet. Nach nochmaligem Fußweg von 20 Minuten Dauer ist die Klamm „Soogrund“ erreichbar, die in einem nördlichen Nebenbächlein des Kamnitzbaches liegt. Gut 3 km aufwärts bildet der Kamnitzbach die Ferdinandsklamm (siehe Gemeinde Windisch-Kamnitz). Das Gemeindegebiet ist zu gut 80 % von Wald bedeckt, (Clarysches Forstrevier Stimmersdorf), 8% waren landwirtschaftlichgenutzt, 9% – da Felsengebiet – unproduktiv.

Gewässer und Trinkwasserversorgung 

Das Hauptgewässer der Gemeinde ist der Kamnitzbach. Er bildet hier die Wilde Klamm mit der Aufstauung „Stiller See“ sowie die Edmundsklamm. Er nimmt von Norden das aus dem Soor-Grund kommende Gewässer und vom Süden den Jeschekenbach sowie von beiden Seiten mehrere kleine Bäche auf. Bei Rainwiese, am Anfang des Laufes zwei kleine Teiche bildend, entspringt der Bach Lange Biele, 1720 Bielswasser genannt, der bei Herrnskretschen in den Kamnitzbach mündet. Die Versorgung des gesamten Ortes mit Trinkwasser wurde aus dem sehr ergiebigen Brunnen gedeckt, der sich im sogenannten „Loche“ befand. Das ausgezeichnete Wasser wurde mit Kannen in den oberen Ortsteil getragen. Nutzwasser sammelte man in Zisternen – Das Hotel Rainwiese und die Forsthäuser hatten ihre eigene Wasserversorgung.

Flurnamen

In den nur etwa 80 ha umfassenden landwirtschaftlichen Flächen gab es wenige eigentliche Flurnamen.
Zu ihnen gehörten: Schellgraben, Gelengegraben, Mühlweg, Seidelsberg, Ettrichs- und Beergraben.

Die hingegen zahlreichen Geländenamen des ausgedehnten Waldgebietes sind im Abschnitt Bodengestalt aufgeführt.

1350* – 1945 Stimmersdorf

Bevölkerung und Erwerb

Der Ort Stimmersdorf hatte seinen ländlichen Charakter bis 1945 weitgehend beibehalten. Zwar gab es lediglich 5 Hauptgewerbslandwirte mit 5 und mehr ha Fläche, doch fiel die große Zahl von 29 Nebenerwerbslandwirten ebenfalls stark ins Gewicht, weil diese zu einem großen Teil in forstwirtschaftlichen Berufen tätig waren und zwar als Waldarbeiter bei der Glaryischen Revierverwaltung. Dies ergab zusammen den hohen Prozentsatz (30,4%) im Bereich der Land- und Forstwirtschaft. Gegliedert nach der beruflichen Stellung entfielen 51,5% der Bevölkerung auf die Arbeiterschaft, wovon der Großteil forstliche und nur ein geringer Teil industrielle und landwirtschaftliche Arbeiter waren. Soweit die Arbeitnehmer außerhalb der Gemeinde arbeiteten, fuhren sie nach TetschenBodenbach. Einige waren auch als Fährleute in den Sommermonaten in der Edmunds- und Wilden Klamm tätig. Die Flößerei, die vielen Bewohnern von Stimmersdorf und Umgebung früher Arbeit und Brot gegeben hatte, war ganz zum Erliegen gekommen. 1945 war im Ort noch ein Rechenmacher, der auch Besen anfertigte. Vor 1938 waren noch 4-5 Besenbinder tätig, die ihre Waren zumeist im benachbarten Sachsen zum Verkauf brachten. In der Zeit der großen Arbeitslosigkeit in den 30er Jahren wurden in Heimarbeit auch Kunstblumen hergestellt. Schon lange vor der Jahrhundertwende waren Stimmersdorf und besonders der Ortsteil Rainwiese zu beliebten Luftkurorten geworden, wodurch sich neue Erwerbszweige ergaben, die sich in dem hohen Anteil der Wirtschaftsbereiche Handel und Verkehr mit 30,4% ausdrückten. In der Sommersaison fand ein Teil der Arbeitnehmer auch Beschäftigung in den Hotels in Herrnskretschen, im Berghotel Prebischtor und im Gasthof Rainwiese als Hausmeister, Kellner, Küchen- oder Stubenmädchen. Einige Frauen und Mädchen verrichteten im Frühjahr und Herbst Forstarbeiten.

Verkehr, Gastgewerbe, Sport

Nächste Bahnstation: Schöna in Sachsen, Post: Herrnskretschen. Autobusverbindungen nach Herrnskretschen, Dittersbach und Kreibitz; 4 Mietautounternehmen. Gastgewerbe: 5 Gasthäuser in Stimmersdorf, und zwar: „Zur Edmundsklamm“ (Dürre), „Zur Böhmischen Schweiz“ mit 20 Betten und 40 Notlagern (Kreuzigung), „Zur Stimmersdorf Höhe“ mit 8 Zimmern (Ettrich), Hietel und Uhmann („Volkskaffe“). Hinzu kamen noch zahlreiche Privatunterkünfte mit insgesamt 80 Betten und eine Studentenherberge. In der Edmundsklamm an der Endstation der Kahnfahrt die Restauration gleichen Namens.
In Rainwiese: Seit 1892 das Grandhotel „Rainwiese“ mit 35 Fremdenzimmer, damaliger Besitzer Albert Meyer, der zugleich seit 1866 lange Zeit Inhaber der Restaurationen Prebischtor und Edmundsklamm war.
Sportanlagen: Tennisplatz, Klettergarten, Bootsfahrt in den Klammen.

Pfarrei, Matriken, Kirche

Stimmersdorf gehörte stets zum Pfarrsprengel Rosendorf, mit dem es von 1562 bis 1663 lutherisch war. Anschließend bis 1786 ist Stimmersdorf der Pfarrei in Arnsdorf angeschlossen gewesen. Von den Matriken sind die Tauf- und Sterbebücher seit 1658 und die Trauungsbücher seit 1670 erhalten. Das Rosendorfer Kirchenfest am 24.August zu Bartholomäus wurde durch eine Prozession nach Rosendorf mitgefeiert. Die Ortskirchweih beging man zu Gallus am dritten Oktober Sonntag. Am Kirchweihmontag wurde das Hahnschlagen abgehalten, dem sich der Kirchweihtanz anschloss. Ein Wegekreuz stand am Beginn der „Langen Stiege“, mehrere Heiligenfiguren aus Sandstein im Garten von Wilhelm Richter. Seinen eigenen Friedhof, der an der Verbindungsstraße nach Rainwiese liegt, besaß Stimmersdorf seit den 20er Jahren. In der Zeit vorher fanden die Beerdigungen auf dem Rosendorfer Friedhof statt. Die Särge mit den Verstorbenen mussten durch die Edmundsklamm-Schlucht nach Rosendorf gebracht werden, was im Winter sehr beschwerlich war. Bis 1850 bestand eine Dorfrichterei in Stimmersdorf.

Schule

Die Schule in Stimmersdorf bestand bereits 1833 als Filialschule von Rosendorf (Lehrer Vinzenz Kunert). Sie war von etwa 1905 bis 1934 zweitklassig, dann wieder einklassig. Das einstöckige massive Schulgebäude hatte zwei Klassenzimmer, eine Lehrerwohnung, ein Lehrmittelzimmer, eine Schulküche und einen Turnsaal.

Verwaltung

Die bis 1850 bestandene Dorfrichterei befand sich im Haus Nr.30 (Erbgut). Gemeindevorsteher bzw. Bürgermeister seit 1918: Edmund Keßler Nr.61 bis 1919, Karl Hütel, Gastwirt Nr,76 von 1919 bis 1930, Wilhelm Hille, Landwirt Nr.26 von 1930 bis 1945. Die Elektrifizierung des Ortes erfolgte im Jahre 1921.

Kulturpflege und Vereinsleben

Vereine: Freiwillige Feuerwehr, Deutscher Gesangs- und Musikverein „Frohsinn“, Ortsgruppe des Gebirgsvereins für die Böhmische Schweiz seit 1882 und des Bundes der Deutschen in Böhmen. Der Gesang- und Musikverein veranstaltet alljährlich Theateraufführungen und stellte auch eine Blaskapelle mit 10 Musikern. Brauchtum: Am Vorabend des 1.Mai fand jeweils vor Häusern, in denen Mädchen wohnten, das „Löcherschlagen“ statt. Ein anderer Brauch, das „Todaustreiben“, wurde am Weißen Sonntag nach Ostern gepflegt. Kinder mit einer Puppe an einer langen Stange gingen von Haus zu Haus, sagten einen Spruch auf und wurden beschenkt. Das „Faschingbegraben“ war ein weiterer Brauch. Der Brauch des Osterreitens war wegen der geringen Pferdehaltung (meist Kleinlandwirte) nicht üblich.

Kriegerdenkmal

Kommt man die Straße zwischen Rainwiese und Stimmersdorf entlang, zweigt links ein Weg zum Stimmersdorfer Friedhof ab. An diese Abzweigung steht links ein fast drei Meter hoher Obelisk aus Granit – ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Bewohner von Stimmersdorf. Das Denkmal wurde im Jahre 1929 aufgestellt, für die 27 Gefallenen.

„Unseren im Weltkrieg 1914 – 1918 gefallenen Helden gewidmet von der Heimatgemeinde Stimmersdorf“

Sehenswertes 

Aldringen-Gedenkstein, Kriegerdenkmal Besondere schöne Fachwerkhäuser Nr.30 und 59.

Nachwort (Ausklang)

Die Kriegsverluste der Gemeinde Stimmersdorf betrugen 18 Gefallene und Vermisste, das sind 13,3 % der männlichen Bevölkerung von 1939. Im Jahre 1959 befanden sich 69 % der ehemaligen Einwohner in der DDR und 28 % in der Bundesrepublik Deutschland. Bei der Volkszählung von 1961 wurden in der Gemeinde Mezná (deutsch Stimmersdorf) 80 Einwohner und 30 ständig bewohnte Häuser gezählt. Demgegenüber zählte Stimmersdorf im Jahre 1939 280 Einwohner und 82 Häuser, einschließlich Mezní Louka (deutsch Rainwiese). Bis 1945 bestand die Ortschaft aus vier Häusern, darunter das Hotel und das Forsthaus und hatte etwa 25 Einwohner.

Das Kriegerdenkmal wurde nach 1945 von der deutschen Widmung sowie die Namen der Gefallenen herausgemeißelt.[1]

Heute

Die tschechische Gemeinde Mezná (deutsch Stimmersdorf) hatte 1961 einschließlich dem zugehörigen Mezni Louka (deutsch Rainwiese) 80 Einwohner. Heute gehören die beiden Ortschaften zur politischen Gemeinde Hřensko (deutsch Herrnskretschen).

1992 – Mezni Louka

Am 10.November soll das Hotel samt Nebengebäude versteigert werden. Der Aufrufpreis war 9,5 Millionen Kčs. Das Hotel ist eine Goldgrube, und man rechnet mit einem Überschreiten des genannten Preises.

2006 – Kriegerdenkmal

Das Gemeindeamt Herrnskretschen beauftragt den Bildhauer Nepomucky aus Bösegrundel bei Tetschen-Bodenbach mit der Rekonstruktion. Diese fertigten nach den Unterlagen der Stimmersdorfer Chronik drei Tafeln an, die anstelle des beschädigten Textes angeschraubt wurden.

2022 – Feuer Böhmische Schweiz

26.Juli: Gegen 17:00 Uhr werden die Bewohner des Dorfes Mezná evakuierten. Die Vorbereitungen für den Schutz des Dorfes sind bereits angelaufen. Die Feuerwehrausrüstung steht bereit und die Bäume in der Nähe des bebauten Gebiets werden entfernt, um zu verhindern, dass das Feuer auf die Gebäude überspringt. Wir werden das Dorf über Nacht schützen, und unsere Einheit wird morgen früh zurückkehren, was einem Einsatz von mehr als vierundzwanzig Stunden entspricht.

In dem Ort Mezná fingen mehrere Gebäude Feuer. Haus Nr. 24, 56, 63 / Gebäude 2. Reihe, 79 (nach Video/Bilderaufnahmen)
Die Löscharbeiten wurden am Morgen nach einer nächtlichen Unterbrechung wiederaufgenommen. Einsatzkräfte evakuierten zudem ein Kinderferienlager mit rund 100 Teilnehmern aus Deutschland.

Mehr als 150 Feuerwehrleute sind vor Ort, um die Flammen zu bekämpfen. Sie werden von Polizei- und Armeehubschraubern unterstützt. Der Waldbrand war am Sonntag auf einer Fläche von ursprünglich rund sieben Hektar ausgebrochen. Er bedroht inzwischen das Prebischtor mit der Ausflugsgaststätte „Falkennest“.
Bereiche wie der Větrovec (Rauschenberg), Malá Pravčická brána (Kleines Prebischtor) und Hlubokého dol & Hluboký Důl (Tiefer Grund) sind besonders gefährdet.

3.August – Die evakuierten Bewohner der Dörfer Hřensko, Mezná und Mezná Louka dürfen weiterhin nicht in ihre Häuser im Waldbrandgebiet der Böhmischen Schweiz zurückkehren.

11. August – Die evakuierten Einwohner von Hřensko, Mezná und Mezní Louka werden ab Samstag schrittweise nach Hause zurückkehren. Das Gebiet wird jedoch für Touristen gesperrt bleiben. Das Umweltministerium wird die Zugangsbeschränkung für den Nationalpark bis zum Ende der Sommerferien verlängern.
▶ Die ersten Evakuierten verließen ihre Häuser vor mehr als zwei Wochen. Feuerwehrleute konnten drei Häuser in Mezna nicht retten. Das Feuer hat sie vollständig zerstört. Andere Gebäude sind beschädigt.

13. August – In Mezní Louka (deutsch Rainwiese) bleibt eine provisorische Feuerwache mit 40 Berufsfeuerwehrleuten bestehen. Wahrscheinlich werden sie dort bis Ende August bleiben – je nach Wetter und Niederschlag.

Die Feuerwehrleute sollten heute Nachmittag die letzten gelöschten Abschnitte in der Böhmischen Schweiz an die Nationalparkverwaltung übergeben. Das Feuer, das am 24. Juli im Park ausbrach, sollte damit besiegt werden. Die Kontrollpatrouillen werden weiterhin durchgeführt. Versteckte Ausbrüche, die weiterhin auftreten können, werden von 72 freiwilligen Feuerwehrleuten bewacht, sobald sie gelöscht sind. Dies erklärte der Generaldirektor der Feuerwehr.
https://www.facebook.com/udalostisevernicechy/ & https://www.instagram.com/udalostisevernicechy/

Tetschen-Bodenbach – Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach“ (Hrsg.) „Heimatkreis Tetschen-Bodenbach. Ein Buch der Erinnerung“ – 1969
Alfred Herr – Heimatkreis Tetschen-Bodenbach: Städte und Gemeinden“ – Heimatverband Kreis Tetschen-Bodenbach e.V.“ 1977 – S.667-672
Die deutschen Heimatführer“ Band 17/18 Sudetenland – Druck 1939

Trei da Hejmt!“ Heimatzeitung für den Landkreis Tetschen-Bodenbach
Unser Niederland“ – Ausgabe 776 Juli 2014 – S.193 [1]

Wie hat dir der Beitrag gefallen?

1 Stern2 Stern3 Stern4 Stern5 Stern (3 Bewertung, durchschnittlich mit 5,00Sterne 5)
Loading...